Und am Ende trat plötzlich der Schluss ein - Ein Abend mit Szenen von Karl Valentin

Premiere 02.Februar 2007

„Aber, dass ein Mensch, der bereits das Diesseits verlassen hat, nicht nur im Jenseits, sondern auch im Diesseits und nicht nur seelisch, sondern genau wie er gelebt hat, weiterlebt, habe ich erst im Kino in einem älteren Film gesehen, in welchem ein vor Jahren verstorbener Filmschauspieler seine Rolle heute noch spielt.“

Pünktlich zum 59. Todestag des vor neunundfünfzig Jahren am 9. Februar 1948 verstorbenen Karl Valentin präsentiert die Tollhaus Theater Compagnie einen Abend mit Szenen des ebenfalls im Diesseits noch weiter lebenden Münchner Großmeisters des verzweifelten Lachens.

Ach ja, seinen 125. Geburtstag könnte Valentin in diesem Jahr auch feiern. Wenn er nicht ebenfalls auch schon im Jenseits lebte.

Mit ganz und gar diesseitigen Problemen und Fragen haben viele von Valentins Figuren zu kämpfen. Ob der Ausgeher der Vogelhandlung, der einen unerklärlicherweise leeren Käfig ausliefert oder die Musiker, denen trotz heftigen Nachdenkens der Name ihres ehemaligen Notenwarts nicht mehr einfällt: Immer wieder sehen sie sich mit dem Verlust von unverrückbar geglaubten Sicherheiten oder mit einer undurchschaubar gewordenen Welt konfrontiert. Und immer wieder versuchen sie, sich mit vertrauten Methoden und Denkansätzen auf ihre Weise in der ver-rückten Welt zurecht zu finden. Daraus, dass dies oft nicht mehr gelingen kann, entsteht eine Komik, die unwiderstehlich zum Lachen reizt Gleichzeitig gehört diesen überforderten Gestalten unser ganzes Mitgefühl. Samuel Beckett sah Karl Valentin im Jahr 1937 und berichtete, er habe „viel und voll Trauer gelacht“.

Es spielen: Anette Achtzehnter, Carsten Abelbeck, Christian Auras, Anton Demarczyk, Antje Wabnitz, Barbara Wankerl
Bühne: Cornelia Kühnel
Licht: Jo Hübner
Musik: Christopher Fellinger
Kostüme und Maske: Maja Vasic
Plakat und Postkarte: Carsten Abelbeck

Regie: Ulrike Auras