
Othello.Therapie - John van Düffel
Premiere 27. September 2005
Desdemona:
"Es kommt drauf an, sich zu bekennen
Nicht zum Mann als solchem
Sondern zu einer Person
Mit all ihren Fehlern"
Bianca:
"Männer sind keine Engel, klar
Und wenn, dann wären wir bestimmt die ersten
Die sich darüber beklagen"
Emilia:
"Gibt es eigentlich einen Namen für die Marotte
Auch bei dem größten Arschloch immer noch etwas zu finden
Das zu seinen Gunsten spricht"
Sie haben allen Grund, von (ihren) Männern nichts mehr wissen zu wollen:
Desdemona – Othellos Erdrosselte -, Emilia – Jagos Erstochene – und Bianca, Cassios Ex.
Im Nirgendwo einer Bowlingbahn, einem seltsamen Zwischenreich, angesiedelt zwischen Sanatorium und Purgatorium, schickt John von Düffel die drei Frauenfiguren aus Shakespeares „Othello“ auf die Suche nach Erlösung von ihren Männern, ihrer Geschichte. Doch der Weg ist beschwerlich: Immer wieder schleicht sich verklärend die Erinnerung an schöne Augenblicke ein, immer wieder keimt auf dem Boden verletzten Selbstwertgefühls die Sehnsucht nach dem Glück zu zweit. Und als der ebenso reiche wie schöne Lodovico auftaucht, der einen Mann wenigstens für eine Nacht, wenn nicht gar für’ s ganze Leben abgäbe, buhlen die drei Frauen auf Teufel komm raus um die Gunst dieses Durch-und-durch-Mannes und nur eine wird gewinnen. Doch die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung und am Ende sind die Frauen vielleicht doch einen Schritt weiter als zu Beginn. Alles beim Alten? Nicht unbedingt…
Es spielen: Anette Achtzehnter, Anton Demarczyk, Daniel Dressler, Anja Messerschmidt, Ulrike Pichler, Barbara Wankerl
Bühne: Cornelia Kühnel
Licht: Jo Hübner
Musik: Christopher Fellinger
Ton: Cornelia Kühnel
Maske: Maja Vasic
Kostüme: Madeleine Hasselmann, Maja Vasic
Plakat & Postkarte: Carsten Abelbeck
Regie: Christian Auras